Schriftzug Otto-Modersohn-Museum
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Ankündigungen
Carl Hauptmann
Meyboden Stiftung
Bildankauf
Kompositionszeichnung von 1935, Bäume am Streek

Kompositionszeichnung "Bäume am Streek", 1935
Kinder am Teich von Klein-Gölitz, 1912

Kinder am Teich von Klein-Gölitz, 1912
dorfstr. worpswede installationsansicht

Dorfstraße in Worpswede, 1897
Installationsansicht,
Otto Modersohn Museum, 2009
Dorfstraße restauriert Fassung

Dorfstraße in Worpswede, 1897
restauriert

Austellungsankündigungen:

Otto Modersohn – Zeichnungen und Gemälde
Eröffnung: 8. April 2010, 19-21 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. April bis zum 14. Mai 2010
Galerie Fred Jahn, Maximilianstraße 10, 80539 München

Otto Modersohn – die Reisen nach Thüringen
Eröffnung: 23. April 2010, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. April bis zum 15. August 2010
Grafschaftsmuseum Wertheim, Rathausgasse 10, 97877 Wertheim

Bisher unbekanntes Tagebuch Otto Modersohns dokumentiert die Künstler-Freundschaft mit Carl Hauptmann

Am Abend des 16. Mai 2009 hielt Günter Gerstmann - ein Kenner des Werkes von Carl Hauptmann - im Otto Modersohn Museum einen Vortrag mit dem Thema „Wie ein schöner Traum – Carl Hauptmanns Freundschaft mit Otto Modersohn und den Worpsweder Künstlern“.
Der Anlass ist das Erscheinen des Ergänzungsbandes „Carl Hauptmann und seine Worpsweder Künstlerfreunde“ im Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin. Der Ergänzungsband thematisiert anhand eines bisher unbekannten Tagebuches von Otto Modersohn den ersten Besuch Carl Hauptmanns in Worpswede im Jahr 1899 .
Das Buch ist per e-mail bestellbar unter Angabe der ISBN: 978-3-928589-24-6, 10.- Euro

Die projektierte Erweiterung der Otto Modersohn Stiftung um den Nachlass von Hans Meyboden (1901-1965)
wurde per "Zustiftungsankündigung" vom 3. März 2009, am 16. Mai 2009 vom Stifter Lorenz Meyboden und Christian Modersohn - dem Gründer der Otto Modersohn Stiftung - unterzeichnet.
Wie aus der Stiftungsankündigung ersichtlich, handelt es sich um keine rechtskräftige Zustiftung mit bindender Verpflichtung. Es ist eine Vereinbarung, die den beiderseitigen Widerruf einschließt. Sie erhält ihre Bindung, wenn bis zum 31.12. 2018 eine geeignete und permanente Asstellungsmöglichkeit für diesen Nachlass eingerichtet wurde.
Die Zielsetzung der Otto Modersohn Stiftung ist, dem Werk Hans Meybodens eine dauerhafte Präsenz zu geben und die Stiftung durch Zustiftungen in ihrem Bestand zu weiten.

Ankauf des Bildes "Dorfstraße in Worpswede" für die Otto Modersohn Stiftung

Der Erwerb erweitert die Stiftung um eines der wichtigsten Bilder Otto Modersohns aus den Worpsweder Jahren vor 1900.

Das Bild galt lange als verschollen, bis das Otto Modersohn Museum 2000 einen Hinweis auf seinen Standort bekam. Seither versucht die Otto Modersohn Stiftung dieses Bild an sich zu binden. Mit Hilfe eines privaten Förderers des Otto Modersohn Museums konnte dieses kurzfristig mit der Gewährung eines zinslosen Kredits gelingen. Voraussetzung war die Ablösung des Kredits innerhalb eines Jahres. Dies gelang uns durch großzügige Zuwendungen öffentlicher und privater Stiftungen und zahlreicher Spender.

Otto Modersohn malte das Bild im Winter 1896/1897. Es zeigt eine Szenerie in der Worpsweder Dorfstraße "Im Rusch".

1897 wurde es in der Großen Berliner Kunst-Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Atelierbuch verzeichnet den Eintrag: "Dorfstraße (170 x 102) (verk. 1898 in Breslau Lichtb.) Besitzer: Herr Schäffer - Bielitz (Österreich) 1.200 M.

Er verkaufte das Bild 1898 im Lichtenberg Museum Breslau an den Industriellen Schäffer, wohnhaft in Bielitz in österreichisch Schlesien für 1.200 Mark. Zuvor erhielt er am 3. März 1898 ein Telegramm: "Habe Gebot auf Dorfstrasse: 1.200 Mark, kann verkaufen? Kellner". Otto Modersohn hatte diesem Angebot demnach zugestimmt.
Erwähnt wird das Bild dann 1904 in der kleinen Monographie WORPSWEDE herausgegeben in der Reihe DIE KUNST von Richard Muther mit einem Text von Hans Bethge im Verlag Bard-Maquardt & Co, Berlin, 1903: Katalog der Bilder und Radierungen auf Seite 70: 1897: "Dorfstraße in Worpswede", Schäffer, Bielitz i. öster. Schl.

Nach dem Tod von Herrn Schäffer erbte seine Witwe Olga Schäffer, geb Mauksch das Gemälde.
Sie heiratete in zweiter Ehe den Pianisten und Musikpädagogen Bruno Eisner. Eisner war Kommunist und Jude und stand auf den Listen der Nazis. 1936, im Jahr olympischer Zurückhaltung, entschloss sich das Ehepaar Mauksch-Eisner zur Emigration nach Amerika. Bruno Eisner unterrichtete fortan in New York. Das Bild blieb zurück und wurde am 11./12. Juni 1936 im Kunstauktionshaus "Rudolf Lepke's Kunst-Auctions-Haus" in Berlin-Charlottenburg, Potsdamer Straße 122 a/b, durch Hans Carl Krüger zur Versteigerung unter der Nr.160 gebracht. Im Katalog 2104 ist es auf Tafel 4 unter dem Titel "Sommertag in Worpswede" abgebildet. Der Katalog preist das Gemälde " als eines der wichtigsten Bilder der Worpsweder Schule" an. Als Besitzerin wurde die jüdische Bürgerin Olga Eisner, geb. Lewin (sic) aus Berlin-Charlottenburg, Reichsstraße 2b (bei Engel) ausgewiesen. Der Preis für das Bild war mit RM 300 ausgesprochen niedrig angesetzt. Vermutlich wurde es nicht versteigert.

1937 kam es in München in der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst unter der Nr. 491 und dem Titel Dorfstraße in Worpswede (Öl) im Saal 3 als einziges Bild von seiner Hand zu zweifelhafter Ehre. Es war dort und im Katalog zur Ausstellung mit dem damals marktüblichen Preis von 3.500 Mark angeboten Sein Worpsweder Malerkollege Fritz Mackensen war mit dem Bild Gottesdienst im Freien aus der Niedersächsischen Landesgalerie Hannover vertreten. Man kann vermuten, dass sich das Bild Dorfstraße in Worpswede bereits in Staatsbesitz befand. Otto Modersohn musste also nicht um eine Leihgabe gebeten werden. Auch Bilder aus anderen Museen (etwa Sturm im Teufelsmoor aus dem Schlesischen Museum in Breslau oder Sturm im Moor aus der Neuen Pinakothek in München) wurden nicht angefordert, um Otto Modersohn repräsentativ herauszustellen. Es gibt im Otto Modersohn Museum keinerlei Unterlagen zu dieser Ausstellung, da Otto Modersohn selbst nicht Leihgeber war.

Nach einem Bericht seines Sohnes Christian Modersohn (*1916/†2009) war sein Vater mit ihm zur Eröffnung des "Haus der Kunst" nach München gefahren. Obwohl ausstellender Künstler, wurde Otto Modersohn am Eröffnungstag der Zutritt zur Ausstellung verweigert, mit dem Hinweis, dass er über keine Ehrenkarte für den Tag der Eröffnung verfüge und am zweiten Tag wiederkommen möge. Christian Modersohn erinnert sich zwar an den theatralischen Umzug und an die misslichen Begleitumstände (sein Vater war außer sich vor Wut: "So etwas ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert; ich will wissen wo mein Bild hängt.") leider aber nicht mehr an das dort gezeigte Gemälde seines Vaters. Christian Modersohn erinnert sich weiter, dass sein Vater sehr enttäuscht von der Qualität der in München gezeigten neueren Bilder und Skulpturen war.

Der Vater des vorletzten Besitzers, Dr. med. Georg Koch, erwarb das Bild aus der Münchener Ausstellung im Glauben eines rechtmäßigen Ankaufs. Er selbst war von den "Nürnberger Gesetzen" als Halbjude betroffen und wurde deshalb nicht zum Wehrdienst eingezogen, wie sein Sohn mir mitteilte. Er bewahrte das Bild bis zu seinem Tode 1977 als "Familienschatz". Sein Sohn war nach Canada ausgewandert und erbte das Bild. Er bot es im Januar 2009 dem Otto Modersohn Museum zum Kauf an. Seit 2007 war das Bild mit Hilfe des Otto Modersohn Museums im Lost Art Register in Magdeburg erfasst. Dass es mit Restitutionsansprüchen behaftet war, wurde uns erst im März 2009 bekannt. Wir konnten in Absprache mit den Erben und ihren juristischen Vertretern eine finanzielle Einigung erzielen, die den Verzicht auf jeglichen Anspruch beinhaltet.
Das Bild wurde bereits aus dem Lost art Register entfernt.

Es befindet sich im Otto Modersohn Museum und wird ab dem 10. April 2010, nach Beendigung unserer Wintersonderausstellung, wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein. Zu einem Besuch des Otto Modersohn Museums sind Sie herzlich eingeladen.

Der Ankauf wurde ermöglicht durch die großzügige Hilfe der Spender:

Waldemar Koch Stiftung, Bremen
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Stiftung der Kreissparkasse Verden
Kulturstiftung der Länder
Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Hannover
Bremer Landesbank
Flecken Ottersberg
Landschaftsverband Stade
Mitglieder der Gesellschaft-Otto-Modersohn-Museum e.V.
und zahlreiche private Spender

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